Nr. 02: Erstelle dein Vision-Board

Ganz ehrlich, ich hatte diesen Punkt ganz naiv einfach in meine Liste aufgenommen, musste jetzt aber erst einmal nachlesen, was denn ein Visionboard eigentlich überhaupt genau darstellen soll… 😊

Es steckt zwar eigentlich im Wort drin aber im Kern ist ein Visionboard ein visuelles Instrument, mit dem man sich seine Ziele, Wünsche, Werte und auch Lebensgefühle bewusst macht und zwar so, – und das finde ich eine schöne Vorstellung – dass Kopf und Bauch sie verstehen. Ein Visionboard ist also eine bildhafte Übersetzung deiner inneren Wünsche in eine sichtbare Form.

Es besteht dabei meist aus Bildern (Fotos, Illustrationen, Symbole), Worten oder Zitaten, Farben, Formen und Stimmungen. Die Elemente stehen dabei nicht immer für konkrete Ziele, sondern vor allem dafür, wie man leben möchte, wie man sich fühlen möchte oder wer man sein möchte.

Am Ende entsteht also nach meinem Verständnis eine Collage, die eben genau das zeigt, was man sich in verschiedenen Bereichen für sich selbst wünscht. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich damit ein schönes Bild erschaffen kann.

Ich fragte mich dann aber, warum macht man so etwas überhaupt? Wenn man doch weiß, was man will, warum es dann noch in einer Collage darstellen und vielleicht sogar irgendwo aufhängen? Es ist doch im eigenen Kopf oder nicht?

Aus diesem Grund habe ich Chat GPT dazu befragt, wie solche Visionboards eigentlich wirken. Und ich muss zugeben, dass ich im Nachgang dazu die Antwort einer sehr guten Freundin, die sich in diesen Themen als Coach prima auskennt, gesendet und sie gefragt habe, ob das, was Chat GPT da erzählt, auch passt. Und ja, Chat GPT hat hier bestanden, weshalb ich das Ergebnis also gerne in einer Mischung aus Chat GPTs und meinen Worten mit euch teilen möchte. 😉

Visionboards funktionieren demnach, weil sie nachvollziehbare psychologische und neurobiologische Mechanismen nutzen, was sich in drei Ebenen erklären lässt.

  1. Unser Gehirn verarbeitet Bilder viel schneller als Sprache und ebenso Emotionen viel stärker als rationale Fakten. Wenn man sich also etwas bildlich vorstellt, werden ähnliche Hirnareale aktiviert wie bei einer realen Erfahrung, was man eine mentale Simulation nennt. Ein Visionboard liefert also dem Gehirn konkrete innere Bilder, statt abstrakter Vorsätze, wie „ich möchte etwas verändern“.
  2. Im Gehirn gibt es ein Filtersystem, welches entscheidet, was wir wahrnehmen und was nicht. Es heißt Retikuläres Aktivierungssystem (RAS). Es lässt sich beispielhaft so erklären, dass, wenn man über ein bestimmtes Thema nachdenkt, es plötzlich überall sieht. Nicht weil es neu ist, sondern weil der Fokus sich geändert hat. Ich persönlich habe mir zum Beispiel im letzten Jahr ein neues Auto gekauft und mich letztendlich für einen Opel Corsa entschieden, weil ich dieses Auto einfach mag. Zu diesem Zeitpunkt habe ich gefühlt nur noch Opel Corsas auf der Straße herumfahren sehen. Ich denke, eine solche Situation hat jeder schon einmal gehabt. Das Visionboard nutzt dieses und schärft damit den Fokus wiederholt, wenn man es erstellt und es sich ansieht. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf entsprechende Chancen, Ideen und Begegnungen. Es verändert also, welche Informationen das Gehirn als „relevant“ einstuft. Kurz um: Man handelt zwar nicht automatisch anders, aber man erkennt Möglichkeiten schneller.
  3. Die Willenskraft ist begrenzt, Emotionale Bindung dagegen ist langfristig wirksam. Ein Visionboard verknüpft, wenn man es richtig macht, Ziele mit Gefühlen, aktiviert das Belohnungssystem und macht dadurch Veränderungen attraktiver statt anstrengend. Sprich das Entscheidende ist nicht „ich muss das erreichen“, sondern „so möchte ich mich fühlen – und das lohnt sich“. Die Motivation entsteht also nicht aus Druck, sondern durch emotionale Bedeutung.

Menschen handeln langfristig, so wie ich es aus den Erläuterungen heraus verstanden habe, identitätsbasiert und nicht zielbasiert. Ein Visionboard wirkt daher besonders stark, wenn es zeigt, wie man leben möchte, wie man denken möchte und wie man mit sich selbst umgehen will. Es formt selbstverständlich kein neues Leben. Es sollte einen eher an eine Version von sich selbst erinnern, die bereits angelegt ist.

Und ganz ehrlich… Nachdem ich mir darüber bewusst geworden bin, habe ich richtig Lust darauf bekommen ein solches Visionboard für mich zu erstellen. Es sollte natürlich klar sein, dass ein Visionboard kein Handeln ersetzt, keine Garantie gibt und nur funktioniert, wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Aber in Kombination mit kleinen realistischen Schritten und als Reflexionselement kann ich mir gut vorstellen, dass es wirkt. 😊

Die Vorstellung, an eine Version von sich selbst erinnert zu werden, die man auch tatsächlich sein möchte, berührt mich sehr. Nach meiner Umorientierung in beruflicher Hinsicht im Jahr 2022, bei der ich spürte, dass das Ziel, auf das ich Jahre hingearbeitet und erreicht hatte, gar nicht mein Ziel war und nach meiner Trennung im Jahr 2025, spürte ich, dass ich mich in den vergangenen Jahren irgendwie ein wenig selbst verloren hatte und fing an mich auf „die Suche“ zu begeben. Ich bin da schon ein ganzes Stück vorangekommen, aber ich denke, dass mich ein solches Visionboard im Laufe meines Projektes 40 vielleicht auch ein wenig unterstützen kann.

Wie ich mein eigenes Visionboard erstellt habe und was dabei in mir passiert ist… Davon möchte ich euch im nächsten Abschnitt erzählen.

Zuerst einmal hatte ich einen wundervollen Sonntag Nachmittag bei meiner lieben Freundin Julia, die die Idee des Projektes so toll fand, dass Sie auch sich selbst so etwas Gutes tun wollte. Ihr werdet Ihr also im Laufe meines Projektes 40 noch das ein oder andere Mal begegnen, da wir einzelne Erlebnisse gemeinsam erleben möchten. 😉

Wir starteten ganz unverblümt, wählten uns verschiedene Lebensbereiche aus, für die wir unsere Wünsche und Visionen festhalten wollten und fingen an passende Bilder heraus zu suchen, sie aufzukleben, passende Texte dazu zu verfassen und sogar hier und da etwas selbst zu zeichnen. Leider hatten wir nicht ganz so viel Zeit und wir schafften es nicht, die Visionboards komplett fertig zu stellen, sodass im Anschluss jeder für sich weitergemacht hat.

Alles in Allem war es ein zauberhafter Nachmittag bei meiner Freundin. Wir haben uns wunderbar unterhalten, unsere Wünsche erfasst und, das sollte man auch nicht außer Acht lassen, lecker zusammen gegessen. 😀

Wieder zuhause angekommen, habe ich das Ganze erst einmal für eine Nacht ruhen lassen und ich begann am nächsten Tag nochmal mich damit zu beschäftigen. Parallel fing ich an diesen Blogeintrag zu verfassen. Als ich so im Schreibefluss über das Thema Visionboards und Ihre Wirkungen war, verspürte ich irgendwie den Drang in mir, mein eigenes Visionboard nicht zu Ende zubringen, sondern nochmal ganz neu aufzustellen und entschied mich, dies auch genauso zu tun. Dieses Mal hatte ich mir noch mehr Zeit genommen und ich bin zu den von mir für das Visionboard gewählten Lebensbereichen ganz tief in mich gegangen.

Folgende Bereiche habe ich dabei für mich gewählt:

  • Leben & Erleben
  • Arbeit & Sinn
  • Beziehungen & Grenzen
  • Zuhause & Rückzug
  • Ich & Körper

Ich möchte an dieser Stelle dazu sagen, dass diese Lebensbereiche nicht fix aufgestellt sind. Das kann jeder für sich wirklich so machen, wie es sich richtig anfühlt. Für mich haben sich eben diese Bereiche richtig angefühlt. 🙂

Ich habe mir im nächsten Schritt überlegt, wie es gerade ist und ob es gut so ist oder ob ich mir noch mehr wünsche…

Bei einzelnen Bereichen war ich dabei sehr klar und schnell und bei anderen Bereichen habe ich wirklich eine Weile gebraucht und bin zu Beginn kurz ins straucheln geraten, weil ich in dem Moment gespürt hatte: „Moment mal, was will ich denn hier eigentlich?“. Die Erkenntnis, dass es in Ordnung ist, dass ich mich hier im Moment nicht so richtig entscheiden konnte, hat mich extrem entspannt. Ich wusste ja schon eine grobe Richtung und eben diese Richtung habe ich dann auf dem Visionboard bildhaft fixiert.

Nachdem ich mir über die einzelnen Themen, die mich derzeit begleiten, klar geworden bin, habe ich mir die passenden Visualisierungen gesucht. Das konnten zusammengefügte Bilder aus dem Internet sein oder eigene Bilder. Sogar ein altes Bild von mir, welches eine ganz spezielle Bedeutung für mich hat, hat auch Platz auf dem Visionboard gefunden.

Dabei hat jedes Bild eine Bedeutung und einen Sinn für mich selbst ergeben und es war mir wichtig, dass sich auch wirklich jedes Bild und jeder Satz, sich richtig anfühlt. Anschließend habe ich mir über die Anordnung und Größe der Bilder auf meinem Visionboard Klarheit über die Gewichtung einzelner Themen verschaffen können und schließlich noch ein paar kleine Schlagwörter mit aufgenommen.

Ich bin mir dabei ziemlich sicher, dass jemand, der dieses ohne Erklärung betrachten würde, vielleicht Dinge nicht versteht oder sie anders interpretieren würde, aber das ist auch in Ordnung und gut so. Es ist ja eben mein Visionboard. 🙂

So bin ich Stück für Stück weiter gekommen und habe ein, wie ich finde, für mich wirklich tolles Ergebnis, dass jetzt in meinem Arbeitszimmer über meinem Schreibtisch hängt. Ich zeige dieses fertige Visionboard hier bewusst nicht in ganzer Form, da es etwas sehr persönliches ist und ich auch den ein oder anderen nicht beeinflussen möchte, sollte sich jemand dazu entscheiden, ein Visionboard für sich selbst zu erstellen.

Was ich aber hier abschließend sagen kann, es macht mir wirklich Freude dieses Visionboard anzusehen und es gibt mir ein gutes Gefühl. Ich habe nicht erwartet, dass es mir soviel Spaß bereitet, mich so intensiv mit mir selbst zu beschäftigen und dabei etwas Kreatives und Schönes zu erschaffen, dass nur für mich eine Bedeutung hat und mir Freude bereitet.

Ob es nun am Ende, wie oben beschrieben wirkt oder nicht, werden wir noch sehen. Alles in Allem hat es sich aber jetzt schon gelohnt, dies auszuprobieren. 😀

2 Antworten zu „Nr. 02: Erstelle dein Vision-Board”.

  1. Avatar von Daniela Z
    Daniela Z

    Liebe mutige und tolle Freundin. Ich wünsche dir auf deinem Weg nur das Beste, viel Freude und Energie und das du genau dahin kommst, wo du sein willst.

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    1. Avatar von Skywalker
      Skywalker

      Vielen lieben Dank! 💖 Ich freu mich drauf 😄💪

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Ich bin Skywalker

und ich freue mich, dass du da bist. In diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen, die ich in meinem „Projekt 40“ erleben werde, mit dir teilen. Dabei wird es um verschiedene Dinge gehen, die ich im Laufe des Jahres 2026 ausprobieren, erleben und machen werde. Vielleicht kann ich dich ja damit inspirieren!

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